Samtlinie aus Gemüsepaprika und Chili – Kidney Edition

In Mandelöl und süsser Sojasauce marinierte Rindsentrecôte‑Würfel ruhen auf einer cremigen Ofen‑Paprika‑Sauce mit Kidney‑Bohnen und Karottenjulienne.

Angaben zum Gericht

  • Menge: Für 2 Personen
  • Zeit: ca. 45–50 Minuten (inkl. Ofen‑Paprika)
  • Gang: Hauptgang
  • Einfluss: Leicht asiatisch inspirierte Fleischküche mit gerösteter Paprika‑Saucenbasis
  • Saisonalität: Ganzjährig
  • Energiegehalt: grob 700–850 kcal pro Person
  • Charakter: Feurig, cremig, mit Röstaroma
  • Bewertung:

Poetische Beschreibung

Eine tief orange Linie zieht sich durch den Teller, nicht laut, sondern wie ein leiser Strich im Abendlicht. Aus dieser Paprikasamtspur wachsen feine Karottenfäden und dunkle Kidney‑Bohnen wie kleine Steine am Rand eines Flussbetts. Dazwischen liegen Entrecôte‑Würfel, deren Ränder kurz das Feuer gesehen haben und deren Inneres noch ruhig pulsiert. Die Sauce trägt Röstaroma und Chiliwärme in sich, ohne zu drücken, und verbindet alles zu einem Bild, das zugleich klar und tröstlich wirkt.

Arbeite bei diesem Gericht mit Geduld statt Hitze: Röste die Paprika so lange, bis sie wirklich weich und leicht geschwärzt ist, damit die Sauce Tiefe bekommt – und geh beim Entrecôte genau andersherum vor, sehr heiss, sehr kurz, dann in der Paprikacreme nur noch sanft nachwärmen. Wenn du Kidney‑Bohnen und Karotten als eigenständige Struktur spürbar lässt und die Paprikasauce klar führst, entsteht ein Teller, der trotz weniger Zutaten erstaunlich viel zu erzählen hat.

Zutaten

Marinierte Rindsentrecôte‑Würfel

  • 300–350 g Rindsentrecôte, in Würfel von ca. 2 cm geschnitten
  • 1–1½ EL Mandelöl
  • 1–2 EL süsse Sojasauce (je nach Intensität)
  • Chili nach Geschmack (Pulver oder Flocken, eher zart anfangen)

Paprika‑Saucenbasis (Ofen)

  • 300 g Gemüsepaprika (rot, gelb oder gemischt), in grobe Stücke geschnitten
  • 1–1½ EL Mandelöl (zum Rösten im Ofen)
  • ca. 100–150 ml Rinder- oder Gemüsebrühe (eher leicht)
  • 80–100 ml Crème fraîche

Gemüse

  • 150–200 g Kidney‑Bohnen, gekocht, gut abgespült und abgetropft (statt grüner Bohnen)
  • 2 Karotten, in feine Julienne geschnitten
  • 1 EL Erdnussöl

Garnitur

  • Mandelsplitter, geröstet

Weinempfehlung

Deutschland

  • Trockener bis feinherber Riesling aus der Pfalz oder von der Mosel: Frische Säure, Zitrus und etwas Frucht fangen Süsskartoffel und süsse Sojasauce gut auf und puffern die Chili-Würze.
  • Alternativ ein schlanker Spätburgunder (Pinot Noir) mit moderatem Alkohol, wenn du lieber Rot willst.

Schweiz

  • Ein eleganter Pinot Noir aus der Bündner Herrschaft oder der Deutschschweiz: rote Frucht, feine Säure, wenig Tannin – passt zu Entrecôte ohne die Süsskartoffel zu erschlagen.
  • Oder ein aromatischer, nicht zu schwerer Sauvignon Blanc aus der Schweiz für eine weisse, frische Begleitung.

Italien

  • Ein Soave Classico (Garganega) oder ein gut strukturierter Pinot Grigio aus dem Nordosten: genügend Säure, etwas Frucht, aber nicht zu viel Holz.
  • Wenn Rot: ein moderner, schlanker Chianti (Sangiovese) mit klarer Säure und feinen Tanninen funktioniert gut mit Rind und Süsskartoffel.

Österreich

  • Grüner Veltliner (Kremstal/Kamptal/Wachau, nicht zu wuchtig): lebendige Säure und Würze, sehr passend zu Chili, Sojasauce und Gemüse.
  • Alternativ ein leichter Zweigelt, wenn du einen roten, aber unkomplizierten Begleiter möchtest.

Frankreich

  • Sauvignon Blanc von der Loire (Sancerre, Pouilly-Fumé oder Touraine): kühle Säure, Kräuter- und Zitrusnoten, die gut mit der leichten asiatischen Aromatik harmonieren.
  • Oder ein Bourgogne Rouge (Pinot Noir) im eher eleganten Stil: feine rote Frucht, mittlere Struktur, passend zum Entrecôte ohne zu dominieren.

Zubereitung

1. Fleisch marinieren

  • Mandelöl, süsse Sojasauce und Chili in einer Schüssel verrühren.
  • Entrecôte‑Würfel zugeben, sorgfältig mischen, bis alles gleichmässig überzogen ist.
  • 20–30 Minuten bei Raumtemperatur ziehen lassen (oder länger im Kühlschrank, dann rechtzeitig temperieren).

2. Ofen‑Paprika für die Sauce

  • Ofen auf 200–210 °C Ober‑/Unterhitze vorheizen.
  • Paprikastücke mit Mandelöl und etwas Salz mischen.
  • Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, mit der Hautseite nach oben, nicht übereinander.
  • In der Ofenmitte 20–25 Minuten rösten, bis die Haut leicht dunkel wird und Blasen wirft, das Fruchtfleisch weich und leicht karamellisiert ist.
  • Paprika aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen, die Haut abziehen und entsorgen.

3. Paprika‑Crème herstellen

  • Die geschälten, gerösteten Paprikastücke mit Brühe und Crème fraîche in ein hohes Gefäss geben.
  • Alles zu einer glatten, cremigen Sauce pürieren; bei Bedarf noch etwas Brühe zugeben, bis die Konsistenz fliessfähig, aber cremig ist.
  • Mit Salz abschmecken und in einem kleinen Topf bei milder Hitze warm halten.

4. Kidney‑Bohnen und Karotten

  • Erdnussöl in einer Pfanne erhitzen.
  • Karottenjulienne 2–3 Minuten bei mittlerer Hitze anschwitzen, bis sie leicht weich, aber noch bissfest sind.
  • Kidney‑Bohnen zugeben und weitere 2–3 Minuten mitdünsten, bis sie heiss sind.
  • Leicht salzen und warm halten.

5. Entrecôte‑Würfel braten

  • Eine schwere Pfanne stark erhitzen.
  • Marinierte Entrecôte‑Würfel (ohne überschüssige Marinade) in die heisse Pfanne geben.
  • Rundum sehr kurz und kräftig anbraten, bis sie eine schöne Bräunung haben, innen aber noch saftig und eher rosa sind.
  • Kurz beiseitestellen und 2–3 Minuten ruhen lassen; austretenden Saft auffangen.

6. Sauciges Verbinden

  • Paprika‑Crème in die Gemüsepfanne giessen und mit Karottenjulienne und Kidney‑Bohnen vorsichtig vermengen.
  • Auf milder Hitze kurz einköcheln lassen, bis eine harmonische, „saucige“ Konsistenz entsteht, die Gemüse und Sauce verbindet, ohne zu dick zu werden.
  • Entrecôte‑Würfel mitsamt Saft in die Sauce geben und bei sehr milder Hitze 1–2 Minuten ziehen lassen, nicht mehr kochen, damit sie zart bleiben.

7. Anrichten

  • Die Paprika‑Gemüse‑Sauce als schmale Linie oder Bogen auf vorgewärmte Teller oder in flache Schalen geben.
  • Einige Entrecôte‑Würfel sichtbar obenauf platzieren, damit das Fleisch optisch im Vordergrund bleibt.
  • Mit gerösteten Mandelsplittern bestreuen.

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